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Bäume
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Welche Bäume eignen sich für kleine Gärten?

Du möchtest einen Baum anpflanzen, hast aber nur wenig Platz? Zum Glück gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, damit Du auch bei wenig Platz einen schönen Baum bei Dir im Garten stehen haben kannst. Hier findest Du die wichtigsten Informationen und einige Baumarten als Empfehlung.
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Andreas H.

Wenn Du einen Baum in einen kleinen Garten pflanzen möchtest, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

 

  • Für kleine Gärten eigenen sich besonders Baumarten, die relativ klein oder schmal bleiben, auch unter idealen Standorten.
  • Weiter gibt es von vielen grösseren Bäumen auch spezielle Zwergzüchtungen. Ein klassisches Beispiel dafür sind Ahorne, die in Zwergzüchtungen in vielen Zen-Gärten vorkommen.
  • Du kannst Deinen Baum aber auch in einem Topf halten. Dadurch wird sein Wurzelvolumen beschränkt, wodurch auch der Baum nicht gross wird.
  • Du kannst Deinen Baum immer wieder schneiden und das entstehende organische Material für Deinen Garten nutzen.

Wenig Platz bedeutet nicht, dass Du auf einen Baum verzichten musst.

Allerdings lohnt es sich, vor der Pflanzung genauer hinzuschauen. Denn nicht nur die maximale Höhe eines Baumes entscheidet darüber, ob er in Deinen Garten passt.

 

Wuchshöhe: Informiere Dich darüber, welche Höhe ein ausgewachsener Baum erreichen kann. Gerade bei langsam wachsenden Arten wird leicht unterschätzt, wie groß sie nach mehreren Jahrzehnten werden können.

 

Kronenbreite: In einem kleinen Garten kann die Breite sogar wichtiger sein als die Höhe. Eine ausladende Krone kann viel Schatten werfen oder nah an Hauswände und Nachbargrundstücke heranwachsen. Säulenförmig wachsende Bäume benötigen dagegen deutlich weniger Raum.

 

Wurzelraum: Auch unter der Erde braucht Dein Baum Platz. Verdichtete oder versiegelte Flächen können die Entwicklung der Wurzeln begrenzen. Berücksichtige deshalb nicht nur den sichtbaren Teil des Baumes.

 

Standort: Wie viel Sonne bekommt der Baum? Ist der Standort trocken oder eher feucht? Welcher Boden ist vorhanden? Ein kleiner Baum ist nicht automatisch für jeden kleinen Garten geeignet.

Schnittverträglichkeit: Manche Gehölze lassen sich durch regelmäßigen Schnitt gut in Form halten. Bei anderen Arten solltest Du den natürlichen Wuchs möglichst wenig verändern.

 

Am einfachsten ist es deshalb, einen Baum auszuwählen, dessen natürliche Größe und Standortansprüche von Anfang an zu Deinem Garten passen.

Ein Baum kann einen kleinen Garten enorm bereichern. Gleichzeitig solltest Du Dir vor der Pflanzung Gedanken darüber machen, wie sich der Baum in den kommenden Jahren und Jahrzehnten entwickeln wird. Denn auch ein zunächst kleiner Baum kann mit der Zeit viel Platz einnehmen – sowohl über als auch unter der Erde.

 

Wenig Platz für Krone und Wurzeln

Die offensichtlichste Herausforderung ist der begrenzte Platz. Dabei solltest Du nicht nur auf die Höhe eines ausgewachsenen Baumes achten, sondern auch auf seine Kronenbreite und sein Wurzelverhalten.

Steht ein Baum zu nah an einer Hauswand, einem Weg oder einer Terrasse, kann es mit zunehmender Größe zu Problemen kommen. Gleichzeitig benötigt das Wurzelsystem ausreichend unversiegelten Boden, um den Baum langfristig mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen.

Für sehr kleine Gärten eignen sich deshalb besonders Bäume mit einer von Natur aus kompakten oder schmalen Wuchsform.

 

Schatten im Garten

Mit zunehmender Größe verändert ein Baum auch die Lichtverhältnisse in Deinem Garten. Das kann im Sommer durchaus erwünscht sein: Ein Baum spendet Schatten, kühlt seine Umgebung und schafft einen angenehmen Aufenthaltsort.

Eine große und dichte Krone kann in einem kleinen Garten allerdings auch dazu führen, dass Beete, Rasenflächen oder Wohnräume weniger Licht bekommen. Überlege Dir deshalb vor der Pflanzung, welchen Schatten der ausgewachsene Baum ungefähr werfen wird. Auch hier können Bäume mit einer schmalen oder lockeren Krone eine gute Lösung sein.

 

Abstand zu Gebäuden und Grundstücksgrenzen

Besonders in kleinen Gärten liegen Hauswände, Wege und Nachbargrundstücke oft nur wenige Meter vom möglichen Pflanzort entfernt.

Informiere Dich deshalb vor der Pflanzung über die geltenden Abstandsregelungen. Diese unterscheiden sich je nach Bundesland und teilweise auch nach Größe und Art des Gehölzes. Ein Baum, der heute problemlos in eine Ecke des Gartens passt, kann nach einigen Jahren deutlich näher an das Nachbargrundstück heranreichen als ursprünglich gedacht.

 

Der richtige Baum für den richtigen Standort

Nicht jeder kleine Baum eignet sich automatisch für jeden kleinen Garten. Entscheidend sind auch die Bedingungen am Standort.

Wie viel Sonne bekommt der Baum? Ist der Boden eher trocken oder feucht? Wie viel Platz steht den Wurzeln zur Verfügung? Ist der Standort windgeschützt oder besonders heiß? Und welche Bodenart ist vorhanden?

Je besser eine Baumart an die vorhandenen Bedingungen angepasst ist, desto größer ist die Chance, dass sie sich langfristig gesund entwickelt. Statt einen Baum durch regelmäßigen Schnitt dauerhaft klein halten zu müssen, ist es deshalb meist sinnvoller, von Anfang an eine Art oder Sorte zu wählen, deren natürliche Größe zum vorhandenen Platz passt.

Wenn Du wenig Platz hast und trotzdem eigenes Obst ernten möchtest, kann Säulenobst eine interessante Möglichkeit sein. Dabei handelt es sich um Obstgehölze mit einer besonders schmalen Wuchsform. Statt einer breiten Krone wachsen sie überwiegend in die Höhe und benötigen dadurch vergleichsweise wenig Platz.

 

Besonders bekannt sind säulenförmig wachsende Apfelbäume. Im Handel werden aber auch Birnen, Kirschen, Pflaumen und andere Obstgehölze als Säulenobst angeboten. Dabei solltest Du beachten, dass nicht alle diese Bäume von Natur aus einen echten Säulenwuchs besitzen. Manche Sorten müssen regelmäßig geschnitten werden, damit sie dauerhaft schmal bleiben.

 

Säulenobst eignet sich besonders für schmale Gärten, Vorgärten und kleine Beete. Je nach Sorte ist sogar eine Pflanzung in einem ausreichend großen Kübel auf der Terrasse möglich. Bei einer Kübelhaltung solltest Du allerdings besonders auf eine ausreichende Versorgung mit Wasser und Nährstoffen achten.

Ein weiterer Vorteil: Auf einer relativ kleinen Fläche kannst Du mehrere unterschiedliche Obstsorten pflanzen. Achte bei der Auswahl jedoch nicht nur auf die Größe des Baumes, sondern auch auf seine Standortansprüche und darauf, ob die jeweilige Sorte einen passenden Befruchter benötigt.

 

Wenn Du langfristig möglichst wenig Arbeit mit Deinem Baum haben möchtest, wähle am besten eine Sorte, die von Natur aus kompakt und schmal wächst. So kannst Du auch auf wenig Raum einen Baum pflanzen – und vielleicht schon nach einigen Jahren Dein eigenes Obst ernten.

Acer

Zwergformen von Ahornbäumen eignen sich hervorragend für kleine Gärten. Es gibt kleinwüchsige Arten, die besonders im asiatischen Raum angebaut werden. Hier einige Beispiele: Kamagata, Oridono Nishiki oder Shaina.

Ahornbäume sind beliebt, weil sie viel Farbe und schöne Formen in Deinen Garten bringen.

Blumen-Esche

Fraxinus ornus, auch Manna-Esche oder Schmuckesche

Die gemeine Esche ist vielen Baumliebhaber:innen bekannt. Sie gehört zu den traditionsreichen Bäumen in unserer Kultur. Ihre Schwester – die Blumen-Esche – ist dagegen noch eher unbekannt. Dabei eignet sich die Blumen-Esche hervorragend für kleine Gärten, da sie langsam wächst und auch bei wenig Platz eine schöne und kompakte Kugelkrone bildet. Die Blumen-Esche wird kaum größer als acht Meter. Die Blumen-Esche kommt auch mit dem warmen Großstadtklima zurecht und bildet in ihrer Blüte eine wertvolle Insektenwiese. Die Blumen-Esche kann auch eingetopft werden. 

Eberesche

Sorbus aucuparia, auch Vogelbeere

Die Eberesche ist eine heimische Pflanze. Sie hat schöne Früchte, die von Vögel sehr geschätzt werden. Und im Herbst färben sich ihre Blätter rot. Aber Achtung: Die Beeren der Eberesche sind giftig! Du solltest sie nicht roh essen.

Für kleine Gärten eignet sich besonders die Säulen-Eberesche (‘Fastigiata’), da sie sehr schmal wächst. Bei den Germanen galt die Eberesche übrigens als Schutzbaum gegen Zauber und Geister.

Gewöhnliche Hainbuche

Carpinus betulus

Die Hainbuche ist ein mittelgroßer Baum und wird meistens nicht höher als 20 Meter. Sie ist ein heimischer Baum und wurde schon im Altertum als Heckpflanze genutzt. Die Hainbuche ist trockentolerant und tolerant gegenüber Immissionen und Ozon.

 

Übrigens: Die Hainbuche ist nicht mit der Rotbuche verwandt, sondern gehört zur Familie der Birkengewächse.

Kirschpflaume

Prunus cerasifera, auch Myrobalane

Kirschpflaumenbäume sind die Wildformen der Pflaumenbäume. Sie wachsen häufig klein und strauchartiger, können aber dennoch eine reiche Ernte einbringen. In kleinen Gärten nehmen sie daher relativ wenig Raum ein, können aber trotzdem viele Baumqualitäten bringen. Kirschpflaumenbäume sind auch bei Insekten und Vögeln sehr beliebt.

Kupfer-Felsenbirne

Amelanchier lamarckii, auch Korinthenbaum

Die Kupfer-Felsenbirne wird vier bis sechs Meter hoch. Ihre Früchte sind essbar – und haben scheinbar Ähnlichkeiten mit den Korinthen, den getrockneten Weinbeeren einer griechischen Rebsorte. Im Herbst leuchtet das Laub der Kupfer-Felsenbirne strahlend gelb bis orangerot.

Blüten der Kupferfelsenbirne

Sanddorn

Hippophae rhamnoides

Warum nicht auch einen Strauch? Sanddorn ist eine heimische Pflanze mit orangegelben bis orangeroten Früchten, die sich durch einen besonders hohem Vitamin C-Gehalt auszeichnen. Vielleicht hat er auch deshalb den Namen «Zitrone des Nordens». Der Sanddorn erreicht Wuchshöhen von 1 bis 6 Metern. Je nach Sorte sind die Sanddornbeeren von Mitte August bis Mitte September erntereif. Die Ernte ist allerdings etwas umständlich, da die Beeren relativ klein und von Dornen geschützt sind.

Flieder

Syringa

Auch der Flieder wächst zunächst strauchartig, bildet jedoch später einen oder mehrere Stämme aus und kann im Alter baumartig aussehen. Durch seine kleine Größe eignet er sich sehr gut für kleine Gärten. Flieder ist äußerst pflegeleicht. Auch vom Flieder gibt es neue Züchtungen, besonders auch für kleinwüchsige Arten, wie beispielsweise der Zwerg-Duftflieder (Syringa meyeri Palibin).

Wenn Du mehr Informationen zum  Thema Bäume in kleinen Gärten suchst, können wir Dir folgendes Buch empfehlen:

Zwerg- und Säulenobst. 170 Sorten für den kleinen Garten.

geschrieben von Heinrich Beltz, erschienen beim Ulmer Verlag

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Andreas H.
Baumexperte und Dipl. Kulturanthropologe
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