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Feldahorn. Ein Baumportrait

Acer campestre, deutscher Ahorn, Maßholder
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Andreas H.

Der Feld-Ahorn, auch Maßholder oder Hecken-Ahorn, ist wahrscheinlich der Ahorn mit der größten Verbreitung. Er hat ein außerordentlich reiches Farben- und Formenspiel und war früher ein beliebter Speisebaum für Mensch und Tier. Der Ahorn kommt in unseren Wäldern freilebend generell nicht häufig vor und hat einen Anteil von nur knapp 2% am deutschen Wald. Dafür ist der Ahorn in Parkanlagen und Gärten außerordentlich beliebt. Der Feldahorn war der Baum des Jahres 2015 in Deutschland. Wegen seinem geringen Wasserverbrauch, seiner Frosthärte und Dürreresistenz ist der Feld-Ahorn einer der 33 Favoriten für Stadtbäume der Zukunft im Buch „Trockenstress bei Bäumen“, herausgegeben von Prof. Dr. Andreas Roloff.

 

Typisch für den Ahorn ist sein Blatt, das beispielsweise auch die Nationalflagge von Kanada schmückt. Ebenso sind die Propellersamen typisch. Die verschiedenen Ahornsorten haben unterschiedliche Winkel bei ihren Flügelfrüchten. Die des Feldahorns sind waagrecht, beim Spitzahorn gibt es einen stumpfen, beim Bergahorn einen spitzen Winkel. Der Feldahorn ist auch kleiner als der Spitz- und Bergahorn

Feldahorn Herkunft:

Ist in Europa heimisch.

Feldahorn Wuchs:

Der Feldahorn ist ein eher kleiner Baum und wird selten grösser als 15 Meter. Die Krone des Feldahorns ist nicht so regelmäßig ausgebildet wie die der anderen beiden Ahorn-Arten. Die Zweige sind dicht belaubt mit kleinen drei- bis fünflappigen Blättern. Der Feldahorn wächst manchmal auch mehrstämmig.

Feldahorn Austrieb:

April oder Mai.

Feldahorn Blüte:

Mai bis Juni.

Feldahorn Blatt:

Die Blätter des Feldahorns sind im Vergleich zu Spitz- und  Bergahorn deutlich kleiner. Die gegenständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind gestielt. Die Blattspreite ist drei- bis fünflappig. Die Buchten zwischen den Lappen sind stets abgerundet. Im Oktober färben sich die Laubblätter gelb oder seltener orangefarben, bevor sie abfallen.

Feldahorn Früchte:

Braune Spaltfrüchte mit zwei Nüsschen. Die charakteristischen Fruchtflügel sind waagrecht angeordnet und ab August oder September reif. Am Anfang ihrer Entwicklung im Sommer sind die Früchte rot. Die Samen sind bei Kindern als Propeller bliebt.

Feldahorn Klassen:

Der Feldahorn (Acer campestre) gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae). Dadurch gehören sie zur gleichen Familie wie beispielsweise die Rosskastanie.

Feldahorn Varietäten:

Für den Ahorn gibt es über 150 Arten. In der deutschsprachigen Region sind vor allem drei Varietäten beliebt: Bergahorn (Acer pseudoplatanus), Spitzahorn (Acer platanoides) und Feldahorn (Acer campestre). Hier stellen wir den Feldahorn vor, weil er bei der Klassifizierung der KLimaArtenMatrix für Stadtbaumarten und -sträucher in beiden Kategorien (Trockentoleranz und Winterhärte) als sehr geeignet eingestuft wurde. Der Spitzahorn dagegen wurde in dieser Klassifizierung in der Kategorie Trockentoleranz als geeignet, der Berg-Ahorn in der Kategorie sehr eingeschränkte Eignung eingestuft.

Feldahorn Giftstoffe:

Der Feldahorn ist nicht giftig

Feldahorn Pflege

Als heimisches Gehölz ist der Feldahorn sehr gut an die mitteleuropäischen Klimabedingungen angepasst. Er benötigt in der Regel keine besonderen Pflegemaßnahmen. Junge Bäume benötigen – wie bei allen Bäumen – viel Wasser. Hilfreich für junge Bäume ist zudem eine Düngegabe im Frühjahr.

Feldahorn Standort:

Der Feldahorn bevorzugt volle Sonne bis lichten Schatten. Mit Hitze und Trockenheit kommt der Feldahorn gut zurecht. Er ist außerdem sehr frosthart und verträgt auch windige Standorte in Küstennähe.

An den Boden stellt der Feldahorn keine besonderen Ansprüche. Er verträgt allerdings keine Staunässe. Er bevorzugt kalkhaltige Erde.  

Feldahorn Gießen:

Besonders die jüngeren Bäume benötigen zusätzliche Bewässerung. Bei längeren Trockenzeiten benötigen zunehmend auch ältere Bäume regelmäßiges Gießen. Alleinstehende Bäume und Bäume, die an versiegelten Flächen stehen, bekommen schneller Wassermangel und sollten in den Sommermonaten bewässert werden. Empfehlenswert ist es, jeweils am Morgen oder am Abend zu Gießen.  Wird der Ahorn gegossen, ist es wichtig den Baum nicht zu oft zu gießen. Viel wichtiger ist eine hohe Wassermenge pro Gießgang, also mindestens 75-100 Liter Wasser auf einmal zu geben.  Nur so kann das Wasser in die tieferen Schichten versickern, wo der Baum seine Wurzeln hat.      

Feldahorn Düngen:

Düngen ist nicht notwendig. Es kann aber sinnvoll sein, dem Feldahorn im Frühjahr eine leichte Düngung mit Kompost und Hornspänen für das kommende Jahr geben.

Feldahorn Ernten:

Der Feldahorn hat heute kaum noch Bedeutung für die Ernährung von Menschen und Tieren.

Feldahorn Schneiden:

Für sein Wachstum benötigt der Feldahorn keinen Schnitt. Falls ein Schnitt aus ästhetischen Gründen erwünscht ist, ist das Gehölz äußerst schnittverträglich und regenerationsfähig. Der Feldahorn wird daher gerne als Formgehölz kultiviert.
Bei Feldahornhecken sind regelmäßige Schnitte sinnvoll, da sie recht starkwüchsig sind. Ein Schnitttermin liegt um den Johannistag herum und der zweite im Spätsommer oder Spätwinter. Bei ungepflegten, aus der Form geratenen Hecken ist auch ein Verjüngungschnitt bis weit ins alte Holz kein Problem.

Feldahorn Winter:

Der Feldahorn ist sehr winterhart. Er benötigt für den Winter keine Unterstützung.

Feldahorn Vermehren:

Der Feldahorn lässt sich gut aus Samen heranziehen. Dazu können die reifen Samen im Herbst von den Flügeln entfernt und in feuchte Erde im Freiland eingepflanzt werden.

Feldahorn Anpflanzen:

Da sich der Feldahorn auch von selbst aussät, kommt man auch leicht an neue Pflanzen, indem man die Sämlinge im Herbst ausgräbt und dann die gewünschte Stelle verpflanzt.

Feldahorn Schädlinge:

Der Feldahorn ist vor allem für den Echten Mehltau sowie für Blattlaus-Befall anfällig. Er ist jedoch so robust, dass es von solchen Pilzkrankheiten und Schädlingen nicht nachhaltig beeinträchtigt wird. Eine Behandlung ist deshalb in der Regel nicht nötig.

Tipp vom Baumexperten:

Magst Du spielerische Formen im Garten? Dann kannst Du mit kreativen Schnittarten für deinen Feldahorn experimentieren. Der Feldahorn ist durch seine Blätterform und Blätterfarbe schon sehr ästhetisch und kann leicht in unterschiedliche Formen geschnitten werden.

Nutzen und Verwendung des Feldahorn

Der Feldahorn ist ein beliebter Zierbaum, der auch mit den Bedingungen des Klimawandels gut zurechtkommt. Er wird in Parkanlagen und Gärten angebaut. Außerdem ist er im Vergleich zu anderen Bäumen relativ unempfindlich gegenüber verdichteten Böden, sowie salz-, ozon- und immissionstolerant.  Als Stadt- und Straßenbaum steht ihm deshalb eine große Karriere bevor. Wegen seinem geringen Wasserverbrauch, seiner Frosthärte und Dürreresistenz wird er auch für Dachgärten empfohlen.
Wegen seiner kleinen Größe und seinen bunten Blättern wird der Feldahorn gerne auch als Heckenbaum gepflanzt. Da er den Oberboden gut durchwurzelt, wird er auch gerne zur Hangsicherung gepflanzt. Zudem hat der Feldahorn auch wichtige ökologische Funktionen: Zahlreiche Insekten und Vögel fühlen sich im Feldahorn besonders wohl. Einigen Vogelarten bietet er Nistplätze. Die Blüten werden gerne von Honigbienen angeflogen.

Feldahorn in der Medizin:

Heute wird der Ahron kaum für medizinische Zwecke gebraucht. Interessant ist allerdings, dass der Ahorn auf der Liste der wichtigsten Heilpflanzen steht, die ein ägyptischer Priester vor 4000 verfasst hat (dieses Pergament heißt Papyrus Ebers). Leider schrieb dieser Priester nicht auf, wozu seine Heilwirkung benutzt wurde. Auch Hildegard von Bingen schrieb über seine Heilwirkung. Bei ihr wurde der Ahorn als kühlendes und abschwellendes Mittel verwendet. Überall dort, wo am Körper krankhafte Hitze entsteht, könne er als kühlende Auflage die Hitze vermindern (wie bei hitzigen Geschwüren, geschwollene Augen, Fieber und Entzündungen). Dazu wurden die Blätter an Johanni gepflückt, getrocknet und aufbewahrt. Als erste Hilfe kann man die Heilwirkung der Ahornblätter auch auf Insektenstiche und auf geschwollene Füße legen.

Feldahorn in der Ernährung:

Der Feldahorn war früher vor allem ein Speisebaum für Mensch und Tier. Seine Blätter wurden wie Sauerkraut milchsauer vergoren und im Winter gegessen. Er war zudem eine wichtige Nahrungsquelle für die Nutztiere.

Für die Ernährung ist heute vor allem ein anderer Ahornbaum bekannt: Der in Nordamerika heimische Zuckerahorn (Acer saccharum). Dieser führt in seinen Adern so viel Zuckersaft, dass er regelrecht gemolken werden kann. Diese Bäume werden angebohrt, der austretende Saft wird aufgefangen und zu Sirup, Paste oder Zucker verarbeitet.

Feldahorn im Möbelbau:

Das Holz des Feldahorns hat einen gelblichen bis rötlich-weißen Schimmer, ist zäh und gleichzeitig elastisch. Es eignet sich für Schnitz- und Drechslerarbeiten, sowie für Holzblasinstrumente und Flügel. Es heißt, das Holz des Ahron verleihe einer gedrechselten Flöte den schönsten und wärmsten Klang. Bereits jungsteinzeitliche Ackerbauern schnitzten aus dem hellen Holz Schalen und Löffel.

Feldahorn und Dekoration:

Die Samensegel, auch „Ahörner“ genannt sind beliebte Spielzeuge für Kinder.

Weitere Nutzung des Feldahorn:

Früher wurden die Blätter des Feldahorns als Viehfutter genutzt. Man pflanzte ihn als Laubfutterbaum auf die Weiden und in die Nähe der Höfe und verfütterte seine Blätter an Schafe, Ziegen und Pferde.

Heute hat der Ahorn wichtige ökologische Funktionen als Bienenwiese und als beliebter Nistplatz für Vögel.

Kulturgeschichte

Im Unterschied zu anderen heimischen Bäumen scheint der Ahorn in der deutschen Kulturgeschichte kaum mythologische, religiöse oder symbolische Bedeutung zu haben. Er scheint aber als milder, oder gar lustiger Baum empfunden worden zu sein. Zusammen mit der

Lärche, Birke und Eberesche gehört er zu den heiteren Bäumen unseres Kulturkreises. Bei den Kelten schien das strahlend weisse Holz des Ahorn als Zeichen makelloser innerer Reinheit eine Bedeutung gehabt zu haben.

Im antiken Griechenland war der Ahorn dagegen dem Kriegsgott Ares geweiht. So soll auch das trojanische Pferd aus Ahornholz gebaut worden sein.

Und: Es heisst, Leonardo da Vinci hätte die Idee seiner Luftschraube bekommen, als er die geflügelten Ahornsamen in ihrem Flug beobachtet hatte.

Eine besondere kulturelle Bedeutung scheint der Ahorn in Kanada zu haben. Dort ziert sein Blatt die Nationalflagge.

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Andreas H.
Baumexperte und Dipl. Kulturanthropologe
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