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Weihnachten – ein Baumfest

Ein Blick auf die kulturelle Geschichte des Weihnachtsbaumes.
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Andreas H.

Der Weihnachtsbaum hat im ganzen deutschen Sprachraum in vielen Familien Tradition. Dabei ist dieser Brauch noch gar nicht so alt. Noch anfangs des 19. Jahrhunderts waren Weihnachtsbäume selten. Der erste urkundlich erwähnte Weihnachtsbaum stand 1539 im Strassburger Münster. Der vorchristliche Brauch, zum Fest einen Baum aufzustellen wurde damals wieder aufgenommen. Die erste Erwähnung eines Weihnachtsbaums in der deutschen Literatur kommt von Goethe: In seinem Briefroman «Die Leiden des jungen Werthers», (erschienen 1774) besucht der Protagonist am Sonntag vor Weihnachten Lotte und beschreibt, wie er dort einen «aufgeputzten Baum» sieht, verziert mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln. Später im 19. Jahrhundert breitete sich dieser Weihnachtsbrauch vom deutschsprachigen Raum in die ganze Welt aus.

Der Weihnachtsbaum wurde in die christliche Tradition aufgenommen und knüpfte dabei an alten heidnischen Traditionen an. Tannenzweige waren in unserem Kulturkreis schon lange ein Symbol für die Neugeburt des Lebens (siehe auch Baumportrait zur Weisstanne). Die immergrünen Zweige gaben Hoffnung auf die Wiederkehr des Frühlings. Tannenbäume und -zweige waren auch ein Schutz gegen böse Geister. Sie wurden in der dunklen Jahreszeit im Haus aufgehängt oder auf öffentlichen Plätzen aufgestellt.

 

 

Weihnachten und der Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft

 

Heute werden in Deutschland pro Jahr 25 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Im Jahr 2020 waren rund 80% davon Nordmann-Tannen.

Das Wachstums eines Weihnachtsbaumes dauert vom Samenkorn bis zu einem ausgewachsenen Weihnachtsbaum, je nach Pflanzenart, zwischen acht und zwölf Jahren. Heute stammen die meisten Weihnachtsbäume aus spezialisierten Baumplantagen. Die Geschichte des Weihnachtsbaum hat aber mit einem anderen Baum angefangen: der Fichte. Und mit einer tiefgreifenden forstwirtschaftlichen Veränderung.

Damals, als der Weihnachtsbaum populär wurde, begann auch die Erfolgsgeschichte der Fichte – sie wurde zum Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft (siehe Baumportrait zur Fichte). Ab dem 19. Jahrhundert begannen großen Aufforstungen mit diesem Nadelbaum – oftmals auch in Monokulturen – und genau zu der Zeit fing auch der Weihnachtsbaum an, zum Volkbrauch zu werden. Damals waren Weihnachtsbäume hauptsächlich junge Fichten, die aus den Aufforstungen herausgenommen werden mussten, um den anderen Bäumen ausreichend Raum und Licht zu verschaffen. Die Fichte blieb beliebtester Weihnachtsbaum bis in die 1960er-Jahre. Da war die Zeit der großflächigen Aufforstungen vorbei.

 

 

Ein Tipp von uns: Wenn Du Deinen Weihnachtsbaum länger grün haben möchtest, kannst du seine Nadeln täglich mit Wasser besprühen. Tannen und Fichten können Wasser auch über die Nadeln aufnehmen, was ihnen auch in Wäldern in trockenen Monaten hilft.

 

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Andreas H.
Baumexperte und Dipl. Kulturanthropologe
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