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Giesspatenschaften. Dein Engagement für Stadtbäume

Bei Giesspatenschaften arbeiten städtische Organe mit der Bevölkerung zusammen, um die Bewässerung der Stadtbäume sicherstellen zu können. Baumretter.de bündelt als gemeinnütziger Verein das gesamte Wissen zu Giesspatenschaften und unterstützt Städte und Kommunen in der Umsetzung und Weiterführung.
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Andreas H.

Bei Giesspatenschaften arbeiten städtische Organe mit der Bevölkerung zusammen, um die Bewässerung der Stadtbäume sicherstellen zu können. Giesspat:innen kümmern sich um bestimmte Bäume in ihrer Umgebung. Entweder giesst eine Person einen bestimmten Baum oder eine Gruppe von Menschen eine Anzahl von Bäumen. In der Regel übernehmen die städtischen Organe die weitere Baumpflege, wie beispielsweise den Schnitt.

Nicht vor allzu langer Zeit reichte es in den meisten Jahren und in den meisten Städten aus, die jungen Bäume zu bewässern. Durch die zunehmend heissen Sommermonate werden nun die Böden immer trockener und auch ältere Bäume bekommen Trockenstress. Vermehrt benötigen deshalb auch ältere Bäume zusätzliche Bewässerung. Früher konnten die öffentlichen Organe die Baumbewässerung gut stemmen. Heute sind viele Städte zunehmend auf ehrenamtliche Hilfe angewiesen!

Denn gleichzeitig zum grösseren Giessbedarf haben viele öffentliche Organe keine zusätzliche Mittel für die Baumpflege zur Verfügung. Und das, obwohl neben der Belastung auch die Bedeutung der Stadtbäume durch den Klimawandel zunimmt.

Es ist klar, dass nur gesunde Stadtbäume das urbane Mikroklima effektiv mitregulieren können. Dafür ist es zentral, dass sie genügend Wasser zur Verfügung haben. Bäume benötigen Wasser beispielsweise auch, um sich gegen Schädlinge wehren zu können.

Hier können Giesspatenschaften einspringen. Und nebenbei können sie dadurch ihre Stadt verschönern, ihre Nachbaren kennenlernen und einen wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft leisten.

Wie können Giesspatenschaften Städte und Kommunen entlasten?

Die DWA (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall) schreibt in ihrem Positionspapier zur Wasserbewussten Entwicklung unserer Städte, dass eine wasserbewusste Zukunftsstadt künftig die Einbindung von privatem und ehrenamtlichen Engagement erfordert.

Mit einem ausgearbeitetem Konzept können Städte die Bewässerung der Stadtbäume an ehrenamtliche Bürger:innen abgeben. Beispiele gibt es dazu schon einige. Hier eine kleine Auswahl:

  • Die Giesskannenheld:innen bewässern die Stadtbäume in Essen. Dazu sammeln sie das Regenwasser über Dächer und Wassertanks.
  • In der Stadt Gelsenkirchen können Bürgerinnen und Bürgern über eine Baum-App Informationen zu den städtischen Bäumen erhalten – und mit einem Klick eine Gießpatenschaft übernehmen. Laut der städtischen Webseite wird die Baumbewässerung bereits von über 224 Gießpaten unterstützt.
  • Gieß den Kiez in Berlin hat die Bäume der Stadt kartographiert. Die Bürger:Innen können mit einer App prüfen, welcher Baum in ihrer Nachbarschaft noch bewässert werden soll. Berlin Friedrichshain-Kreuzberg hat dazu den Baumpatinnen Bewässerungsbeutel geschenkt, damit diese die Bäume in ihrer Nachbarschaft besonders effektiv bewässern können.

 

Gleichzeitig bereichern Baumpatenschaften die Städte um folgende Faktoren:

  • Ehrenamtliche Baumbewässerung stärkt den Bezug zur eigenen Stadt, zum Quartier und die Identifikation mit dem Stadtgrün. Dabei hat ehrenamtliche Arbeit im deutschsprachigen Raum eine lange und reiche Tradition.
  • Der Einbezug der Bevölkerung – besonders von Familien – in die Baumpflege könnte dazu genutzt werden, um die Bildung für nachhaltige Themen zu fördern. Gleichzeitig könnten sie einen Beitrag zur lokalen Ernährung liefern. Neue Konzepte von urbanen Allmenden werden an Bedeutung für die Städte zunehmen. Ein prominentes Beispiel dafür ist die essbare Stadt Andernach.
  • In einigen Städten werden Baumpat:innen auch eingeladen, ihre Baumscheiben zu begrünen. Dadurch kann sich die Diversität der urbanen Baumscheiben erheblich erhöhen. Begleitgrün ist generell hilfreich für Stadtbäume. Pflanzen ehrenamtliche Bürger:innen das Begleitgrün, ist eine viel höhere Diversität gewährleistet, als wenn das öffentliche Stellen übernehmen.

 

Ein durchdachtes System für Baumpatenschaften kann Städten und Kommunen folgende Vorteile bieten:

  • Lebensqualität erhalten oder erhöhen
  • Sicherheit für Menschen und Verkehr
  • Kalkulierbare Kosten
  • Einsparung von Kosten
  • Reputation durch ein innovatives und nachhaltiges Projekt
  • Interaktion der Menschen miteinander positiv fördern
  • Der Bezug der Bevölkerung zur grünen Mitwelt fördern

Und: Giesspatenschaften können Städte und Kommunen wesentlich dabei unterstützen, folgende vier SDGs der UNO zu erreichen.

Was ist die Motivation der Giesspat:innen?

In einer Studie über Baumpatenschaften in Bonn steht über die Motivation von Giesspat:innen:

«An erster Stelle stehen für die meisten Patinnen und Paten Sauberkeit und Ästhetik. Mehrere haben ihr Engagement aus Ärger über ständigen Müll in den Baumscheiben in ihrem Wohnumfeld begonnen. Darüber hinaus ist den Engagierten wichtig, ihr Umfeld nach den persönlichen Vorstellungen gestalten zu können, so beschreibt eine Patin: ‘Da, wo ich wohne, möchte ich es auch nett haben’. Mehrere Befragte nennen überdies die Freude am Gärtnern als Grund für die Patenschaft, insbesondere, wenn sie selbst über keinen Garten verfügen»

Die Autorin dieser Studie schreibt, dass sich durch die Baumpatenschaften auch die Kommunikation und das Verantwortungsbewusstsein in der Nachbarschaft verbessern würden. Die Paten würden von Menschen angesprochen, von denen sie sonst in der Strasse nie angesprochen worden wären. Und gleichzeitig steige die Hemmschwelle für das Wegwerfen von Müll und für Vandalismus, wenn Beete erkennbar privat gepflegt werden.

Immer mehr Menschen wollen ihre Umgebung ökologischer, schöner und nachhaltiger gestalten. Ehrenamtliches Bürgerengagement hat im deutschsprachigen Raum eine lange und reiche Geschichte. Auf der Webseite vom deutschen Ehrenamt steht, dass im Jahr 2020 über 17 Millionen Menschen eine ehrenamtliche Tätigkeit ausgeübt haben!

 

Konzept einer gesamtheitlichen Baumbewässerung für Städte und Kommunen

Baumretter erarbeitet in Kooperation mit interessierten Städten, Kommunen und anderen Institutionen Konzepte für eine gesamtheitliche Baumbewässerung. Ein gesamtheitliches Konzept beinhaltet unter anderem folgende Bereiche:

 

  • Einbindung der Bevölkerung
  • systematische Wasserversorgung. Wasser kann beispielsweise von Dächern über Giesstanks gesammelt werden. Siehe Beispiel.
  • Digitale Einbettung (QR Codes, Websites, Apps).
  • Unterstützung durch Dritte (öffentliche Förderungen, private Unterstützer, Spenden). Siehe Beispiel.
  • Einbeziehung von Giesstanks
  • Einbeziehung von Bewässerungsbeuteln. Siehe Beispiel.
  • Beratung für Baumsorten der Zukunft, besonders auch unter dem Aspekt weiterer Nutzungsmöglichkeiten (neue urbane Allmenden, Artenvielfalt)
  • Dokumentation (durch digitale Einbettung)
 
Falls Sie Interesse an Baum- oder Giesspatenschaften haben, zögern Sie nicht uns anzusprechen.  Wir können Ihnen mit unserem Wissen u und unserem Netzwerk bestimmt weiterhelfen. 

Wer wir sind

Baumretter.de ist eine gemeinnützige Plattform für Wissen, Inspiration – und für Spenden. Bei uns werden sowohl Sachspenden (zu Baumpflanzungen und Baumpflege), wie auch Wissen und ehrenamtliche Mitarbeit vermittelt. Wir sind DIE Plattform für Bäume im deutschsprachigen Raum. Da wir ein gemeinnütziger Verein sind, teilen wir unser gesammeltes Wissen kostenlos. Als gemeinnützige Plattform haben wir gebündeltes Wissen, das in dieser Form einmalig ist.

Sie sind Vertreter einer Stadt, dann wenden Sie sich an uns. Wir unterstützen Sie gerne, wenn Sie solche Projekte angehen wollen.
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Andreas H.
Baumexperte und Dipl. Kulturanthropologe
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