Petitionen
Bad Säckingen , Deutschland
Für den Weiterbau der A98 am Hochrhein sollen unzählige Bäume gerodet werden, Naturschutzgebiete zerstört und dadurch seltene Tierarten gefährdet werden, obwohl durch Umgehungsstraßen die Menschen vor Ort schneller und billiger vor dem Lärm und Gestank der Autos geschützt werden können.
Bündnis gegen die A98 am Hochrhein
Am Hochrhein sollen für den Weiterbau der A98 von Rheinfelden an die Anschlussstelle Bad Säckingen / Murg 16 Kilometer einer wunderschönen Landschaft bestehend aus tollen Wäldern, Streuobstwiesen und einem Naturschutzgebiet für immer zerstört werden.
Aktuell endet die Neubautrasse der A98 in Rheinfelden/Minseln.
Der Anschluss soll zukünftig als Bergtrasse im Abschnitt 5 bis Schwörstadt ein riesiges Waldgebiet durchschneiden. Dabei tangiert und gefährdet der geplante Neubau auch das rund 4700 Hektar große Flora-Fauna-Habitat Röttelner Wald/Dinkelberg. Das Gebiet mit einzelnen Gewässerläufen zeichnet sich durch einen besonders gut ausgebildeten Buchenaltbestand aus und dient verschiedenen seltenen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum.
Von Schwörstadt bis zur Anschlussstelle Bad Säckingen / Murg ist der Abschnitt 6 geplant. Für diesen Weiterbau werden viele Hektar Wald gerodet werden, bevor die Autobahn in eine große, lärmverursachende Talbrücke übergehen soll. Diese Talbrücke soll direkt über den Nordrand des einmalig schönen Naturschutzgebietes Wehra-Delta verlaufen.
Im Bereich der Wehramündung findet sich eine faszinierende Kombination eng beieinander liegender, unterschiedlicher Lebensräume bestehend ausstehenden Gewässern, Sumpf- und Schilfgebieten und einem sich selbst überlassenen Auenwald. Angesichts dieser Vielgestaltigkeit ist es kein Wunder, dass in der Wehrabucht auf engstem Raum 128 Vogelarten festgestellt wurden, von denen 60 auf der roten Liste vom Aussterben bedrohter Arten stehen. Diese beeindruckende Zahl wurde anlässlich der letzten feldornithologischen Untersuchung des BUND in den Jahren 2004/2005 ermittelt. Von den 128 Vogelarten sind 38 Brüter im Naturschutzgebiet, kommen 62 zur Futtersuche und 25 weitere Arten sind Durchzügler oder Wintergäste. Zu den vom Aussterben bedrohten Vogelarten zählen u.a. Drosselrohrsänger, Flussseeschwalbe, Gänsesänger, Großer Brachvogel und die Krickente, wobei auch in der Wehrabucht vertretene Vogelarten wie Baumfalke, Braunkehlchen, Eisvogel, Kolbenente, Löffelente, Mittelspecht, Wanderfalke, Wasserralle, und Wendehals stark gefährdet sind. Der Bau und die Inbetriebnahme der Wehratalbrücke wird diese Vögel bei ihrer Brut stören und vertreiben.
Nördlich des Sees soll die Talbrücke verlaufen.
Nach der Überquerung des Wehra-Deltas wird die Autobahn direkt am Rhein in der Nähe der jetzigen Badestelle verlaufen, bevor sie nach der Zerschneidung von mehreren Streuobstwiesen in einem Tunnel nördlich von Bad Säckingen verlaufen soll.
Geplant werden zudem auch noch die Abschnitte 8 und 9 zwischen Hauenstein und Tiengen.
Der Weiterbau der A98 durch ökologisch sehr wertvolle Naturräume stellt ein Mammut-Verkehrsprojekt, mit Planungen, die auf die 1970er Jahre zurückgehen, dar. Und das, obwohl auf der Schweizer Seite bereits eine Autobahn für die parallel verlaufende Strecke existiert.
Unbestreitbar leiden die Anwohner:innen an der B34 am Gestank und dem Lärm unzähliger Autos, die Tag und Nacht durch die Ortschaften rollen.
Jedoch wird die A98 in dieser Hinsicht kaum Entlastung bringen, sondern erst recht Verkehr anziehen und weiteren Lärm erzeugen. Studien zufolge fallen nur 12-19% des Verkehrs in den betroffenen Ortschaften auf den Durchgangsverkehr. Der Rest ist lokaler, innerstädtischer Verkehr.
Außerdem wird die Autobahn massiv Verkehr anziehen. Dieser bekannte Effekt wurde bei den offiziell in Auftrag gegebenen Verkehrsprognosen miteinberechnet, da davon ausgegangen wird, dass viele Autos von der direkt parallel verlaufenden Schweizer Autobahn auf die deutsche Autobahn wechseln werden.
Den betroffenen Gemeinden könnte durch alternative Umgehungsstraßen genauso gut, schneller und billiger geholfen werden. Folglich müsste beispielsweise die Talbrücke über die Wehra nicht gebaut werden.
Eine relativ einfache Lösung wäre es von der Schweizer Autobahn nach Stein/Säckingen eine Autobahnbrücke über den Rhein direkt zur bereits bestehenden Anschlußstelle Murg zu bauen.
Vor allem ist die Lösung der Verkehrsprobleme, auch am Hochrhein, nicht der Weiterbau einer Autobahn, sondern eine echte Verkehrswende. Ziel muss eine Reduktion des enormen Verkehrs bzw. Individualverkehrs sein. Voraussetzung dafür ist ein gut funktionierender, öffentlicher Personennahverkehr mit einer guten Taktung von Zügen und Bussen, sowie sichere Radwege.
Fridays for future Bad Säckingen und das Bündnis A98Stoppen fordern daher
den Stopp des Weiterbaus der Abschnittes 5 und 6 der A98 von Rheinfelden/Minseln an die Anschlussstelle Bad Säckingen / Murg, als auch der Abschnitte 8 und 9
den Erhalt des Flora-Fauna-Habitates Röttelner Wald/Dinkelberg und des Naturschutzgebietes Wehra-Delta und den Schutz der dort beheimateten 128 teils vom Aussterben bedrohter Vogelarten
einen durchgehenden Halbstundentakt auf der Hochrheinbahn mit Anbindung an regelmäßig fahrende Busse, die die Umlandgemeinden verbinden
eine klare Positionierung der Bundestagsabgeordneten Felix Schreiner (CDU) und Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) sowie der Landtagsabgeordneten Niklas Nüssle (Bündnis 90/Die Grünen) und Sabine Hartmann-Müller (CDU) gegen den Weiterbau der A98
Wir können uns ein „Weiter so wie bisher“ in Zeiten der Klimakatastrophe und des Artensterbens nicht mehr leisten. Das 1,5 Grad Ziel scheint bereits geknackt zu sein; jeden Tag lesen wir Schlagzeilen gravierender Unwetterkatastrophen und es sterben täglich 150 Tierarten aus. Die Anzahl an Wirbeltieren ist seit den 1970er Jahren um 60% des Bestandes zurückgegangen. Dies sind erschreckende Entwicklungen, denen wir entschieden entgegentreten müssen.
Wir müssen daher umdenken und können nicht Planungen des letzten Jahrtausends weiterverfolgen.
Die Herstellung des Asphalts für den Weiterbau der A98 und der spätere Betrieb werden Unmengen an CO2 produzieren, die das Klima weiter erwärmen werden.
Nach aktuellen Informationen wird mit der Planreife des Abschnittes 5 und 6 der A98 Anfang 2027 gerechnet. Der Bau wird wahrscheinlich ab dem Jahr 2030 starten.
Das heißt, dass wir jetzt noch die Chance haben, dieses zerstörerische Autobahn-Projekt zu verhindern. Jede weitere Autobahn führt uns tiefer in die Klimakatastrophe. Hotzenwald statt Highway to Hell!
Fridays for future Bad Säckingen und einige engagierte Einzelpersonen haben in diesem Sinne ein Bündnis gegen die A98 gegründet. Wir wollen mit Aktionen https://a98stoppen.de/termine-und-aktionen/ wie dem Verkehrswendecamp vom 01.05. bis 04.05.25, Demos und einer Petition( https://a98stoppen.de/petition/ )gegen die A98 protestieren und deren Weiterbau verhindern.
Unser Bündnis freut sich sehr über Menschen, die sich am Protest gegen die A98 beteiligen wollen und auch ein Zeichen für die weltweite Verkehrswende in Zeiten von Klimakatastrophe und Artensterbens setzen wollen. Die Unterschrift unter die Petition ist ein weiterer Schritt in diese Richtung! Schreibt uns gerne unter Kontakt für weitere Infos.
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